Goldberg-Variationen

BWV 988

Johann Sebastian Bachs „Goldberg‑Variationen“, die laut Titelblatt den „Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung“ komponiert wurden, gelten als eine der größten Klavierkompositionen des 18. Jahrhunderts. Ausgangspunkt ist eine schwungvolle Aria, deren strikte harmonische Konturen der eigentliche Impulsgeber des Folgenden sind. Eine 32-taktige Basslinie bildet das Fundament, auf dem Bach ein auffallend raffiniertes, differenziertes Gebilde errichtet. (Einschließlich der Aria und ihrer abschließenden Wiederholung gibt es übrigens auch 32 Sätze.) Die 30 Variationen sind in zehn Dreiergruppen unterteilt. Innerhalb dieser Gruppen weist die erste Variation die Merkmale eines Tanzes auf, die dritte ist ein Kanon und die zweite ist von enormer Virtuosität mit zahlreichen hochanspruchsvollen Handwechseln geprägt. Auf seinem Weg durch die Variationen verweist Bach auf verschiedenste Genres und fügt für eine weitere Unterteilung des Werks auf halber Strecke eine französische Ouvertüre ein. Die Variationen 28 und 29 steigern die Virtuosität abermals und gestatten dem Spieltrieb freien Lauf, während die letzte Variation die Erhabenheit des Vorangegangenen mit einer gehörigen Portion Humor auflockert: Anstelle des erwarteten Kanons beschließt Bach diese Dreiergruppe mit eine‑Mollm Quodlibet, in dem er zwei Volksliedmelodien kontrapunktisch miteinander verwebt.