Le Nozze di Figaro

K. 492, KV 492 · “Die Hochzeit des Figaro”

Das Geheimnis von Wolfgang Amadeus Mozarts „Le Nozze di Figaro“ („Die Hochzeit des Figaro“) liegt darin, dass es in der Oper in ihrem emotionalen Kern weniger um die Ehe von Figaro und Susanna geht als vielmehr um die Ehe des Grafen und der Gräfin. Das 1786 in Wien uraufgeführte Werk ist in seiner literarischen Grundlage inspiriert von Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais’ umstrittenem Stück „La folle journée, ou Le mariage de Figaro“ (Paris, 1784), das der erstklassige italienische Librettist Lorenzo da Ponte geschickt adaptierte. Die Oper spielt an jenem „verrückten Tag“, an dem die Diener:innen Figaro und Susanna die Bemühungen des Grafen Almaviva, Susanna zu verführen, vereiteln und schließlich verheiratet werden. Das schnelle Tempo und der komödiantische Rhythmus sind Beaumarchais zu verdanken, ebenso wie die Innovation, dem Plot weibliche Hauptrollen (die Gräfin und Susanna) zu geben. Zu den Höhepunkten des Werks gehören zwei Arien, die die Extreme der Liebe darstellen: auf der einen Seite das jugendliche Ungestüm von Cherubino, der in „Non so più“ von seiner Liebe zu allen Frauen schwärmt. Auf der anderen Seite das bewegende „Porgi amor“, in dem die vernachlässigte Gräfin den Gott der Liebe um die Zuneigung ihres Mannes anfleht. Die musikalisch originellsten Sätze sind die Ensembles. Beeinflusst durch das schnelle Tempo des Dramas griff Mozart auf seine sinfonischen Techniken zurück, um den nötigen Zusammenhalt und die Struktur zu schaffen. Zu seiner Zeit sehr beliebt, ist „Figaro“ heute ein Eckpfeiler des Opernrepertoires.

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