Die 1961 in Korea geborene Komponistin Unsuk Chin ist nicht nur eine der meistgefeierten Komponist:innen des 21. Jahrhunderts, sie gehört auch zu den leidenschaftlichsten Modernist:innen unserer Zeit. Sie verließ ihr Heimatland 1985 und ging nach Deutschland, wo sie bei der ungarischen Legende György Ligeti studierte, dessen Furchtlosigkeit sie beeindruckte. Sie beweist ihr Talent in vielen Bereichen: So schrieb sie grüblerische, körperlich anstrengende Solo-Klavieretüden sowie das dramatische (und preisgekrönte) Violinkonzert von 2001. Für das abwechslungsreiche, gleichwohl prägnante „Gougalon“, ein aufwühlendes Ensemblewerk, ließ sich die Komponistin von ihrer Kindheit im energiegeladenen Seoul inspirieren.