Die Kunst des amerikanischen Singer-Songwriters und Multiinstrumentalisten Sam Amidon bewegt sich frei in den Grenzbereichen zwischen Folk und Klassik, populärer Musik und Kunstmusik. „Wandering Melodies“ spiegelt seinen kreativen Prozess wider: eine persönliche Playlist, durchzogen von Verbindungen, Kontrasten und Resonanzen. „Ich wollte verschiedene Bereiche erkunden, in denen sich traditionelle und klassische Musik überschneiden“, erzählt er gegenüber Apple Music Classical. Die Mischung enthält Momente, in denen ein traditioneller Folksong mit seinem „klassischen Zwilling“ gepaart wird – einer modernen Komposition, die Elemente des Folk-Originals aufgreift. „Ich habe Beispiele für Wechselspiele ausgewählt, die kreativ, spannend und liebevoll gestaltet sind und für mich eine besondere Bedeutung haben.“
Amidon setzte die interkulturelle Suche in „Willows“ fort, seiner Zusammenarbeit mit dem Violinisten Pekka Kuusisto und dem Norwegian Chamber Orchestra. Das Album, erklärt er, „erforscht viele verschiedene Verbindungen – Trauer, elegische Melodien, Folksongs, Natur und mehr – und inmitten dieser Themen zeigt sich eine starke Verbindung zwischen traditioneller Folkmusik und klassischer Komposition“. In „Willows“ interpretiert er Nico Muhlys Bearbeitung von „Kedron“ auf eindringliche Weise. Sie wird in dieser Playlist von einem Kleinod aus dem wegweisenden Album „Rivers of Delight“ von 1979 eingeleitet, auf dem seine Eltern mit dem Word of Mouth Chorus sangen.
„Ich habe unzählige Erinnerungen daran, wie mein Vater zu Hause Béla Bartók auf dem Klavier spielte“, erinnert sich der Künstler. „Deshalb habe ich mit einem Klavierstück aus ‚For Children‘ begonnen, das auf einer Folkmelodie basiert. Ich habe mit Carla Bleys ‚Jesus Maria‘ abgeschlossen, gespielt von Jimmy Giuffre 3. Für mich hat es alles: frühe Musik, Bartók, appalachische Klangfarben und Klagen, Blues und jazzbasierte Improvisation.“