Orfeo ed Euridice
Wq. 30 · “Orpheus und Eurydike”
Christoph Willibald Glucks „Orpheus und Eurydike“ erzählt die berühmteste aller Operngeschichten – mit einer Hauptfigur, die die Macht der Musik auf den Punkt bringt. Dabei ist Glucks Werk von einer edlen Einfachheit, die die Absicht des Komponisten widerspiegelt, die pompösen Bühnenpraktiken des frühen 18. Jahrhunderts mit schnörkelloser Klarheit umzusetzen. Sein Ziel war es, so der Komponist, „die Handlung nicht zu unterbrechen oder sie durch sinnlose Verzierungen zu ersticken“. Die 1762 in Wien in italienischer Sprache uraufgeführte Oper besteht aus drei Akten, die dem klassischen griechischen Mythos von Orpheus folgen: In Trauer versinkend beklagt er den Tod seiner Frau Eurydike und gelangt mit Hilfe von Musik in die Unterwelt, um sie zu retten. Die Götter erlauben es ihm, solange er Eurydike herausführen kann, ohne zurückzuschauen. Er scheitert, sie stirbt erneut. Doch gerührt von seinem Elend geben die Götter nach und erwecken seine Frau schließlich wieder zum Leben. Ursprünglich als Kastrat besetzt, wurde die Titelrolle in einen hohen Tenor umgewandelt, als das Stück für eine Pariser Aufführung von 1774 auf Französisch umgeschrieben wurde. In der heutigen Zeit wird sie entweder von einer Mezzosopranistin als sogenannte „Hosenrolle“ oder von einem Countertenor gesungen. Zu den gesanglichen Höhepunkten gehört Orpheus Klage im dritten Akt: Der Klassiker „Che farò senza Euridice“ ist das Stück, an dem der Star – ob weiblich oder männlich – gewöhnlich gemessen wird. Ein weiteres Klagelied „Chiamo il mio ben così“ im ersten Akt und das entzückende „Che puro ciel“ im zweiten Akt runden die stimmliche Herausforderung ab.
