Estampes
Die dreiteilige Komposition „Estampes“ aus dem Jahr 1903 ist das erste Klavierwerk von Claude Debussy, das sich mit den Eindrücken und der Stimmung des Impressionismus beschäftigte. Die ersten beiden Stücke in der Sammlung entführen die Hörer:innen in die exotischen Länder von Debussys Fantasie. „Pagodes“ zeichnet ein musikalisches Porträt des Fernen Ostens, das von der für die asiatische Musik typischen pentatonischen Tonleiter geprägt ist. Die Idee dazu könnte von Debussys Begegnung mit einem indonesischen Gamelan-Ensemble und seinen gestimmten Gongs stammen, das er auf der Pariser Weltausstellung von 1889 hörte. Und in „La Soirée dans Grenade“ nutzt er den Rhythmus der Habanera, um die Klänge und Atmosphäre der andalusischen Stadt in Südspanien heraufzubeschwören, die flüchtig und doch lebhaft an Gitarrenspiel, Flamenco-Gesang und den hell erleuchteten Sternenhimmel erinnern. In „Jardins sous la pluie“ folgt schließlich eine belebte Toccata, die ein Bild schnell vorbeiziehender Regenschauer malt und mit einer abschließenden Verzierung endet, in der die Sonne das Wolkenmeer durchbricht.
