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- 2024 · 31 Titel · 1 Std. 49 Min.
La Bohème
SC 67
Es ist Heiligabend in Paris, etwa um das Jahr 1830. Die Sterne leuchten, die Straßen des Quartier Latin füllen sich mit Nachschwärmern und in einer eiskalten Mansarde zwischen den Schornsteinen lachen vier mittellose aufstrebende Künstler in der Kälte. Giacomo Puccinis Genialität in „La Bohème“ (1896) besteht darin, dem Publikum jeden Alters das Gefühl zu geben, nirgendwo lieber zu sein – auch wenn der Dichter Rodolfo sein eigenes Manuskript verbrennt, um sich zu wärmen, und die Miete bereits überfällig ist. Aber wen kümmert das schon? Sie sind jung, sie sind frei, und bevor der Morgen graut, wird zumindest einer von ihnen verliebt sein. Rodolfo lernt die schwindsüchtige Näherin Mimì kennen. Doch ihre Liebe ist zum Scheitern verurteilt. Puccini malt sowohl den freudigen Beginn als auch das tragische Ende dieser Beziehung mit der gleichen herzlichen Unmittelbarkeit und Zärtlichkeit. Nicht umsonst zählt „La Bohème“ zu den großen Opern, zu denen man unbedingt ein Taschentuch mitbringen sollte. Aber das Stück hat mehr als nur eine Geschichte zu erzählen: Ob es sich nun um die unstete Romanze des Malers Marcello mit der leidenschaftlichen Musetta oder um das bunte, wimmelnde Treiben auf den Pariser Straßen handelt, Puccini schildert es mit so viel Wärme, Spontaneität und Melodien – „Che gelida manina“ ist dabei nur die erste –, dass „La Bohème“ zu einer der beliebtesten Opern überhaupt geworden ist und viele zeitgenössische Nachahmer von Baz Luhrmann bis Jonathan Larson inspirierte. Und das ist auch verständlich: Es ist eine Oper für alle, die jemals jung waren.