Streichquartett Nr. 3 in B‑Dur

Op.  67

Johannes Brahms’ Sinn für Humor konnte schroff, aber auch von liebevoll verspielter Art sein – und Letztere ist die Seite, die im 1875 komponierten „Streichquartett Nr. 3“ zum Vorschein kommt. Brahms widmete es einem Cello spielenden Freund, Theodor Engelmann, wies aber in einem Brief an ihn darauf hin, dass es ironischerweise keine Cellosoli gebe und der dritte Agitato-Satz die Bratsche in den Mittelpunkt stelle. Sie habe ein Solo, „das so zärtlich ist, dass Sie dem zu Gefallen noch das Instrument wechseln!“, so Brahms. Der Komponist verriet auch, dass die Musik eine Art Porträt von Engelmanns Frau sei: „sehr niedlich – aber genial!“ Frauen waren für Brahms wichtig, auch wenn er nie eine „ernsthafte“ Beziehung hatte, wie wir es heute nennen würden. Während Ludwig van Beethoven im „Ersten“ und „Zweiten“ Quartett in Moll zitiert wird, ist der Stil hier viel mehr der von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Joseph Haydn – zart, manchmal wehmütig, aber mit einem Sinn für Spaß, der am Ende überwiegt. Und obwohl das Cello keine Soli hat, ist es ein wichtiger Akteur im Ensemble.

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