Klavierkonzert Nr. 2 in B‑Dur

Op.  19

Als Ludwig van Beethoven im Dezember 1801 sein „Klavierkonzert Nr. 2“ zur Veröffentlichung freigab, bezeichnete er es eher abschätzig als ein Frühwerk und nicht als eines seiner besten. Es entstand in den späten 1780er Jahren, als der damalige Teenager in Bonn lebte, wurde aber umfassend überarbeitet und umgeschrieben. Im Gegensatz zum „Klavierkonzert Nr. 1“ kämpfte der Komponist lange um eine zufriedenstellende Vollendung – so lange, dass sein eigentlich erstes Klavierkonzert zum zweiten wurde. 1798 erreichte es weitgehend die heute bekannte Form und erschien schließlich Ende 1801 in Drucklegung, nachdem sein zweites Werk bereits als Nr. 1 veröffentlicht worden war. Als bescheidenes Konzert mit kleiner Orchesterbesetzung kommt es ohne Klarinetten, Trompeten oder Schlagzeug aus und ist jenes von Beethovens fünf Klavierkonzerten, das am meisten an Wolfgang Amadeus Mozart erinnert. Der Wechsel von C in die ferne Tonart Des für das zweite Thema in der Orchestereröffnung war zum Beispiel ein neuartiges Klangschema. Wie im „Klavierkonzert Nr. 1“ improvisierte Beethoven eine Kadenz und schrieb sie schließlich 1809 nieder, was dazu führte, dass der Stil und der größere Umfang der Klaviatur kaum mit dem Rest des Werks übereinstimmen. Auch die anschließenden Sätze folgen demselben Schema: Ein langer, langsamer Satz mit dekorativer Solopartie geht einem energiegeladenen Finale voraus, das voller fröhlicher, rhythmischer und harmonischer Wechselspiele ist und gegen Ende kurz in der „falschen“ Tonart G‑Dur landet.

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