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- 2018 · 4 Titel · 30 Min.
Sinfonie Nr. 39 in Es‑Dur
K. 543, KV543
Die letzten drei Sinfonien („Nr. 39“ bis „Nr. 41“) von Wolfgang Amadeus Mozart wurden im Sommer 1788 innerhalb weniger Wochen komponiert. Warum Mozart drei so ehrgeizige Werke in kurzer Zeit schrieb, bleibt weitgehend ein Rätsel. Es scheint aber am wahrscheinlichsten, dass sie für eine Reihe von Abonnementkonzerten in Wien gedacht waren. Obwohl alle drei Werke sehr unterschiedliche Charaktere aufweisen, ergänzen und balancieren sie sich doch gegenseitig. Die „Sinfonie Nr. 39 in Es‑Dur“ ist auf den 26. Juni 1788 datiert und beginnt als einzige mit einer langsamen Einleitung – einer fesselnden Mischung aus barocker Feierlichkeit und präromantischer Dramatik, die durch Trompeten und Pauken noch gesteigert wird. Das folgende Allegro lockert zunächst die Spannung. Es zeigt aber auch, dass für Mozart der Grad zwischen Freude und Angst oft sehr schmal ist. Eine unerwartete Änderung der Klang- oder Harmoniefarbe, etwa durch schlichte Schattierungen, Modulationen oder Akzente, kann die Stimmung schnell kippen lassen. Diese Ambivalenz aus Ernst und Verspieltheit setzt sich auch im Andante con moto fort. Nur in den Schlusssätzen herrscht dann ein Gefühl der reinen, unverfälschten Freude. Das heitere Menuett wird vom Trio charmant in den Schatten gestellt: Hier spielen die Klarinetten einen idealisierten Wiener Volkstanz, den „Ländler“. Zum Abschluss rundet Mozart die Sinfonie mit einem munteren Allegro ab, das eng um die geistreiche Entwicklung eines einzigen Themas gestaltet ist.