
- WIR EMPFEHLEN
- 2005 · 3 Titel · 23 Min.
Violinkonzert Nr. 3 in G‑Dur
K. 216, KV216
Wolfgang Amadeus Mozarts „Violinkonzert Nr. 3 in G‑Dur“ gehört durch seine erfinderische Brillanz zu den besten Instrumentalwerken des späten 18. Jahrhunderts. Gemessen an der beeindruckenden Mischung aus formaler Ausgewogenheit, rhetorischer Eloquenz, ausdrucksvoller Nuancierung und erhabener Lyrik, ist es umso erstaunlicher, dass Mozart bei der Komposition im September 1775 erst 19 Jahre alt war. Sein Umgang mit der Sonatenform im ersten Satz bietet einen Einblick in die Fähigkeit des Komponisten, eine sofort einprägsame Hauptmelodie zu schaffen und sie auf vielfältige Weise weiterzuentwickeln – ohne dabei ihre ursprüngliche Identität zu verwischen. Das zentrale Adagio entfaltet sich in einer Da-capo-Arie, einer dreiteiligen Form, die sich auf das einfachste A-B-A-Schema reduzieren lässt. Die Struktur des Adagios unterstützt eine wunderschöne Soloviolin-Melodie, deren beeindruckende Vollkommenheit Mozart durch das Hinzufügen von zwei Flöten zum Orchester weiter veredelt. Im zauberhaften Rondeau-Allegro-Finale des Konzerts wird nicht an Kreativität gespart: Es enthält eine kontrastierende Episode in g‑Moll, gefolgt von einer weiteren, die auf einem volkstümlichen Tanz basiert, der Mozart offenbar als „Straßburger-Melodie“ bekannt war.