Violinkonzert Nr. 5 in A-Dur

K. 219, KV 219 · “Türkische Musik”

In Wolfgang Amadeus Mozarts „Violinkonzert Nr. 5“ in A‑Dur verschmelzen Witz und genialer Humor mit dem Geist der Empathie. Geschrieben in Salzburg im Dezember 1775, kurz vor dem 20. Geburtstag des Komponisten, beginnt das Werk mit einer schwungvollen Orchestereinleitung, die normalerweise zu einer modifizierten Wiederholung durch die Solist:innen führen würde. Was jedoch nach einem Moment der Stille folgt, ist eine langsame Geigenmelodie, die auf den Noten eines einfachen A‑Dur-Akkords basiert. Nachdem er den Fluss der Eröffnung so jäh unterbrochen hat, greift Mozart auf die Musik der Einleitung zurück und überlässt der Geige die Führung. Das zentrale „Adagio“ klingt wie ein Liebeslied, inbrünstig und doch zart, in dem die Solomelodie wächst und gedeiht wie eine exotische Pflanze unter idealen Bedingungen. Ein Modetanz, das Menuett, trifft im abschließenden „Rondeau“ auf eine stilisierte westliche Interpretation der sogenannten türkischen Musik. Das „türkische“ Element mit seinen hervorstechenden Bässen, hüpfenden melodischen Intervallen, ungewohnten chromatischen Verschiebungen und perkussiven Bogenstrichen gelangte höchstwahrscheinlich durch ungarische Roma nach Salzburg oder wurde von Mozarts älterem Kollegen Michael Haydn aus Ungarn eingeführt.

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