Streichquartett Nr. 15 in d-Moll

K. 421, K. 417b, KV 421 · “Haydn-Quartett Nr. 2”

Wolfgang Amadeus Mozart widmete sein zweites Streichquartett „K421“ dem hochgeschätzten Franz Joseph Haydn und vollendete die Komposition im Sommer 1783. Auch wenn es in seiner formalen Gestaltung nicht ganz an den Elan seines unmittelbaren Vorgängers „K387“ heranreicht, ist es doch so emotional und komplex wie alles, was Mozart in der Tonart d‑Moll komponierte – einschließlich des „Requiems“, seiner Oper „Don Giovanni“ und des turbulenten „Klavierkonzerts K466“. Das eröffnende Allegro deutet einen schmerzhaften Unterton an, doch ein kleines fanfarenartiges Motiv, das vom Andante aufgegriffen wird, entfaltet mit seiner Tonart F‑Dur eine besondere Geborgenheit. Die Ruhe scheint bedroht, nachdem im Mittelteil tonale Zweideutigkeiten anklingen. Vom Andante geht das Motiv über in ein Menuett voller Spannung – erzeugt durch ein starkes rhythmisches Muster, das abermals von melodischen Doppeldeutigkeiten überlagert wird. Schließlich ertönt das Fanfarenmotiv als Weckruf in dem Thema, das die fünf kräftigen, oft beunruhigenden Variationen des Finales hervorbringt – und sich heimtückisch das letzte Wort nimmt.

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