Klaviersonate Nr. 11 in A‑Dur
Wolfgang Amadeus Mozarts vier Klaviersonaten KV 330–333 wurden sämtlich in den frühen 1780er-Jahren komponiert, höchstwahrscheinlich als Unterrichtsmaterial für die Töchter der Wiener Oberschicht. Allerdings dürfte er sie auch selbst in den eleganten Salons der Stadt gespielt haben. Die zweite dieser Sonaten, die „Klaviersonate Nr. 11“, trägt wegen ihres berühmten Finales den Spitznamen „Alla Turca“ („Türkischer Marsch“). Das Werk beginnt mit einem Satz von Variationen in A‑Dur, Andante grazioso. Auf das Thema im Rhythmus des Siciliano im 6/8-Takt folgen sechs Variationen, die jeweils aus zwei wiederholten Abschnitten bestehen. Der zweite Satz ist ein Trio in Menuettform, ebenfalls in A‑Dur, allerdings mit einem harmonisch experimentierfreudigeren Mittelteil. Das Rondo-Finale, ein Allegretto mit der Überschrift „Alla Turca“, ist im türkischen Stil gehalten, der im späten 18. Jahrhundert sehr in Mode war. Die populären Anspielungen auf eine Reihe von Zimbeln und anderen Schlaginstrumenten finden sich in den Arpeggio-Akkorden der linken Hand, die das charakteristische rhythmische Profil des Refrains unterstreichen.
