
- WIR EMPFEHLEN
- 2003 · 3 Titel · 27 Min.
Klarinettenkonzert in A-Dur
K. 622, KV 622
Wolfgang Amadeus Mozart schrieb sein „Klarinettenkonzert“ weniger als zwei Monate vor seinem Tod eigens für den österreichischen Virtuosen Anton Stadler. Die Uraufführung fand wohl im Oktober 1791 in Prag statt, auch wenn keine Unterlagen erhalten sind, die dies belegen. Bekannt ist jedoch, dass Mozart das Werk speziell für die Bassettklarinette komponierte. Der melodische Tonumfang dieses in den 1770er-Jahren erfundenen Instruments umfasst Töne in einem tieferen Register, als sie auf der normalen Klarinette möglich sind. Doch trotz Stadlers enthusiastischer Unterstützung setzte sich die Bassettklarinette nie durch. So wurde in der ersten Veröffentlichung von Mozarts Partitur in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts der Solopart auf die gewöhnliche Klarinette übertragen, wobei einige der tieferen Töne des Originals in eine höhere Lage verschoben wurden. Solche Details sind zwar interessant, haben aber wenig Einfluss auf den musikalischen Reichtum des „Klarinettenkonzerts“. Der Solopart illustriert, wie wirkungsvoll Mozart für das Instrument schrieb und wie er dessen Ausdrucksmöglichkeiten voll ausreizte. So gehen im eröffnenden Allegro Passagen mit brillanten, schnellen Noten nahtlos in Momente lyrischer Introspektion über, eine Stimmung, die auch in der breit angelegten, fast opernhaften Melodie des Adagios wunderbar eingefangen wird. Die letzten Passagen des Rondo-Finales sind fröhlich und beschwingt, aber eine dunkle Stimmung in der Mitte des Satzes deutet an, dass nicht weit unter der Oberfläche die Melancholie lauert.