Es sind die verschiedensten Fäden, die Olivia Belli in ihrem ersten Klavierkonzert „Daimon“ verwebt: ihre Leidenschaft für die italienische Barockmusik, Inspirationen aus Homers „Odyssee“ und ihre eigene Biografie. Das Werk formuliert aus diesen Bezügen in drei Sätzen – „The Departure“, „The Journey“ und „The Return“ – dicht gearbeitete Klanglandschaften, die von Prüfungen, Leid und Hoffnung erzählen. Ein bestens geeignetes Terrain für die Italienerin, die in den vergangenen Jahren eine sehr eigene Sprache entwickelt hat. Zwar lässt sich ihre Musik in der Neoklassik einordnen, aber geschult ist die Komponistin und Pianistin ebenfalls an den alten Meister:innen. Auch im weiteren Verlauf blickt das Album tief in die Sagenwelt: Die „Ithaca Suite“ führt mit der Violinistin Eldbjørg Hemsing, der Saxofonistin Jess Gillam und der Cellistin Raphaela Gromes Odysseus’ Heimkehr in kammermusikalischen Szenen fort. Den Abschluss bildet die elegante „Sonatina for Nausicaa“, die Nausicaas Menschlichkeit und Fürsorge in Klang übersetzt.