Johannes Brahms selbst schuf diese alternative Version seines Klarinettentrios, indem er die Klarinette durch eine Bratsche ersetzte. Diese neue Interpretation von Tabea Zimmermann mit Cellist Jean-Guihen Queyras und Pianist Javier Perianes ist ein starkes Plädoyer für die Viola-Variante. Der langsame Satz zeigt die drei Instrumente in einem poetischen Zusammenspiel, wobei Zimmermanns Bratsche in den hohen Registern mit besonderer Kantabilität verzaubert. Der dritte Satz („Andantino“) ist von reizvoller Anmut und Zartheit geprägt, die im starken Kontrast zum turbulenten Finale stehen.
In frühen Proben der alternativen Trio-Version wurde die Bratsche von Brahms’ Freund Joseph Joachim gespielt. Zimmermann taucht in ihrer Darbietung tief in die grüblerische Emotionalität von dessen drei „Hebräischen Melodien“ für Viola und Klavier ein. Das Komponist:innen-Ehepaar Clara und Robert Schumann war eng mit Brahms befreundet, beide veröffentlichten jeweils ihre eigenen „Drei Romanzen“. Zimmermann hat diese zwei Werkzyklen für die Bratsche arrangiert und rundet mit ihren sensiblen Interpretationen voller Romantik die interessante Konzeption dieses Albums perfekt ab.