Das Debütalbum des russischen Klavierphänomens Vsevolod Zavidov wurde sehnsüchtig erwartet – und enttäuscht keineswegs. Es ist ein reines Rachmaninow-Programm, und in den drei Sätzen aus Johann Sebastian Bachs „Partita Nr. 3 für Violine in E‑Dur“ (in Sergei Rachmaninows eigener Bearbeitung) entfaltet der Pianist im eröffnenden „Präludium“ Esprit und Spielfreude, gepaart mit präziser Fingertechnik. In den „Études-tableaux“ aus Op. 33 brilliert er in den rasanten Läufen der rechten Hand von „Nr. 5“ und beschwört in „Nr. 8“ wirbelnde Klangstürme von beeindruckender Kraft.
Doch besonders in den „Variationen über ein Thema von Corelli“ – einem der emotional komplexesten Werke Rachmaninows – beeindruckt der Solist (zum Zeitpunkt der Aufnahme 20 Jahre alt) am meisten. Seine federleichte Artikulation in der tänzelnden „Variation 2“ ist ein Genuss, während die nachdenklichen „Variationen 14 und 15“ eine zarte poetische Dimension zum Vorschein bringen. Den Abschluss bildet Zavidovs eigene Transkription von Rachmaninows „Vocalise“ – ein würdevoller Abschluss dieses beeindruckenden Recitals.