Klavierkonzert Nr. 1 in C‑Dur

Op. 15

1795 war für Ludwig van Beethoven ein gutes Jahr. Nachdem er drei Jahre zuvor von Bonn nach Wien gezogen war und sich während seines Studiums bei Joseph Haydn allmählich etabliert hatte, fühlte er sich nun bereit, seine Karriere als Pianist und Komponist mit der Veröffentlichung seines „Klaviertrios op. 1“ und der Komposition seiner „Klaviersonaten Op. 2“ zu starten. Beethoven brachte das „Klavierkonzert Nr. 1“ im Dezember 1795 oder Januar 1796 zur Uraufführung und spielte es mehrmals, bevor es schließlich 1801 veröffentlicht wurde. Trotz der späteren Veröffentlichung handelt es sich also um ein jugendliches Werk, das Beethovens hervorragendes Klavierspiel wunderbar zum Ausdruck bringt. Von den traditionellen drei Sätzen, schnell-langsam-schnell, ist der erste der längste und komplexeste. Sein zunächst militärischer Charakter wird durch ein lyrisches zweites Thema ausgeglichen, bevor das Klavier mit neuen Melodiebögen und einer Fülle kunstvoller Formen einsetzt. Die überschwängliche Virtuosität gipfelt in einer abfallenden Oktavskala, die die Rückkehr des Anfangsthemas einläutet. Beethoven improvisierte hier eine Kadenz; moderne Pianisten haben viele Möglichkeiten zur Auswahl, darunter drei von Beethoven selbst vorgestellte. Die wohl gebräuchlichste ist eine, die er 1809, im Jahr des „Fünften Klavierkonzerts“, komponierte; sie ist mitreißend, aber eindeutig in einem späteren Stil gehalten. Das zentrale Largo behält über seine gesamte Spanne eine ruhige Stimmung bei, ist eine Oase der Kontemplation inmitten all der Dynamik, bevor im Finale das Rondo Beethoven in Höchstform zeigt. Diese gute Laune hält bis zum überraschenden finalen Orchesterausbruchs an.

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