Fryderyk Chopin war ein sehr privater Musiker. Er zog es vor, seine Werke in der vertrauten Atmosphäre eines Salons vorzutragen, gerne übrigens in Dunkelheit. Diese Scheu mag erklären, warum die Kammermusik-Bearbeitungen dieser beiden Klavierkonzerte schon so lange existieren wie die Orchesterfassungen. Und in vielerlei Hinsicht sind die Kammerversionen interessanter. Chopin war nicht der größte Orchestrator, was dazu führte, dass ein Großteil des Soloklavierspiels in dichten Streicherstrukturen unterging. Aber in diesen fesselnden Aufführungen erstrahlt sein funkelnder Klaviersatz von Neuem, besonders in den beiden langsamen Sätzen, die immens viel Raum für die Melodien lassen. Die Versuchung für einen Solisten könnte darin bestehen, hier zurückhaltend zu agieren, aber der Pianist Emmanuel Despax präsentiert Chopins Genie mit Verve. Das Quintett – Mitglieder des vielseitigen britischen Chineke! Chamber Ensemble – begleitet ihn mit einer zauberhaften Kombination aus Zurückhaltung und Aufgeschlossenheit.