Wenn César Franck in etwas ein Meister war, dann war es die Balance. In der Musik des französischen Komponisten traf stets Schwere auf Sensibilität, eine beinahe spirituelle Tiefe ging einen Bund mit einer Lust am Pathos ein. Nun ist all das nicht ungewöhnlich für die Epoche, doch bei Franck kommt es formvollendet zusammen, wie diese Aufnahmen erneut zeigen. Die beiden Solostücke für Klavier, „Prélude, choral et fugue“ (1884) und „Prelude, Aria and Finale“ (1886-1887), zeigen Francks Vorliebe für die Dreiteiligkeit und seinen souveränen Umgang mit dem Instrument Klavier (er wirkte als Organist in verschiedenen Pariser Kirchen). Der französische Pianisten-Star Tanguy de Williencourt dringt tief in sie ein, spielt sie mit Poesie, aber auch mit der angemessenen Verve. Und wenn ihn bei den „Symphonic Variations“ das Orchester begleitet, breitet er seine Flügel aus und schwingt sich in ungeahnte Höhen.