Die Sehnsucht nach einer imaginären Welt, ungetrübt von den Banalitäten des realen Lebens – das ist der kreative Faden, der die Werke auf dem hervorragenden Debüt des Pianisten Alexander Malofeev verknüpft. Der gebürtige Moskauer lebt seit 2022 in Berlin und widmet sich auf seinem Album den Stücken von vier russischen Komponisten, die alle fern ihrer Heimat den Tod fanden. Ihrer Musik entlockt er eine enorme Bandbreite an Emotionen, Klangfarben und Stimmungen. In Nikolai Medtners erstem Zyklus von „Vergessene Weisen“ verzaubert Malofeevs poetisches Klavierspiel geradezu: „Danza rustica“, „Canzona serenata“ und „Danza silvestra“ lassen die ganze Tiefe seiner persönlichen Verbindung zu dieser Musik spüren, die er auf seinem Klavier mit Leben füllt. Sein Rachmaninow strotzt vor Kraft und fasziniert zugleich mit unendlich vielen subtilen Ausdrucksnuancen und Texturen, insbesondere in seiner leidenschaftlichen Interpretation des ersten Satzes der Klaviersonate Nr. 2. In Alexander Glasunows „La Nuit“ wiederum zeigt der Pianist seine sanfte Seite in herzergreifender Spielschönheit.