

Schubert's Winterreise: A Composed Interpretation
Franz Schuberts „Eine Winterreise“, vollendet nur ein Jahr vor seinem frühen Tod, taucht tief ein in die aufgewühlte Psychologie der Liebe. So tief, dass sie schließlich im Strudel der Verzweiflung untergeht. In „Schubert’s Winterreise: A Composed Interpretation“ kleidet Dirigent und Komponist Hans Zender (1936–2019) den ursprünglichen Klavierpart des Liederzyklus in ein neues, scharf konturiertes Gewand aus modernen Harmonien und einer verblüffenden Palette von Klangfarben. Diese entstehen aus einem geradezu exotischen Instrumentarium – Sandblöcke, Windmaschine, Sopransaxofon und Mundharmonikas inklusive. Gespenstische Horntöne, die an Gustav Mahlers „Nachtmusik“ erinnern, ziehen sich durch „Wasserflut“ und das zutiefst verstörende „Der greise Kopf“, während in „Der Wegweiser“ die klagenden Klänge eines Wirtshausensembles aus Akkordeon und Bläsern anheben. Die neu gedachte Partitur wird unter der Leitung von Nicholas Collon mit überwältigender Präzision vom Aurora Orchestra gespielt. Sie bildet den idealen Resonanzraum für Allan Claytons Gänsehaut erregende Deutungen von Schuberts sehnsuchtsvollen Melodien – erschütternd in ihrer Mischung aus grundsolider Gesangstechnik und existenzieller, schmerzhaft offengelegter seelischer Instabilität.
16. Januar 2026 24 Titel, 1 Stunde 25 Minuten ℗ 2025 Signum Classics
MUSIKLABEL
Signum RecordsAuf diesem Album
Wilhelm Müller
Komponist:in