Dieses schillernde Album mag im tiefsten englischen Winter entstanden sein, doch es birgt in sich das ganze Feuer eines italienischen Sommers. Im Fokus stehen Werke aus Giacomo Puccinis Studienzeit: Orchestermusik, die er für seine frühen Opern „Le Villi“ und „Edgar“ komponiert oder umgearbeitet hat. Dazu kommen noch zwei Stücke aus seinem ersten Bühnenerfolg „Manon Lescaut“. John Wilson und dem Sinfonia of London mit seinem außergewöhnlichen Ensemble aus Stimmführer:innen anderer Orchester, Solist:innen und renommierten Kammermusiker:innen gelingt es hier, zahllose Klangfarben in der Instrumentierung des Komponisten herauszuarbeiten. Im Intermezzo aus „Manon Lescaut“ beherrschen die Soli und das Streichertutti die Bühne mit der leidenschaftlichen Dominanz einer Operndiva. Und im „Capriccio sinfonico“ legt jedes einzelne Register des Orchesters sein ganzes Herzblut in das Spiel. In der Mitte des „Capriccio“ wartet zudem eine Überraschung, nämlich eine unverkennbare Antizipation des Anfangs von Puccinis „La Bohème“. Schließlich hören wir im Trio des „Scherzo“ ein inniges Thema, das Jahrzehnte später in „Madama Butterfly“ erscheinen sollte.