Im Jahr 1802 beschrieb Beethoven, keine 32 Jahre alt, in seinem berühmt gewordenen „Heiligenstädter Testament“ – einem Brief an seine Brüder Carl und Johann – die seelischen Qualen, die ihm die fortschreitende Taubheit bereitete. Doch trotz seiner Befürchtung, nie wieder komponieren zu können, erlebte er im selben Jahr seine kreativste Schaffensphase. In diesem hervorragend gespielten Album versammelt der französische Pianist Jonas Vitaud einige dieser unglaublichen Klavier-Meisterwerke, die eindeutig mehr Hoffnung als Verzweiflung in sich tragen. Die vorliegende Sammlung beginnt mit den „Variationen“, einer der mutigsten Arbeiten des Meisters mit einer genialen Fuge im Schlussteil. Zudem beinhaltet diese Aufnahme die „Sonata No. 17, Op. 31 No. 2“, in deren letzten Minuten sich wohl eine von Beethovens exquisitesten Schöpfungen offenbart. In Kombination mit dem verspielten Stück „7 Bagatelles, Op. 33“ wird mehr als klar: Vitaud zeichnet hier ein brillantes Porträt eines unbeugsamen Genies.