Kaum ein anderer Gitarrist versteht es so gut wie Sean Shibe, das vielseitige Saiteninstrument in all seinen Facetten auszuloten. Auf seinem zweiten Album wählt der Schotte ein über mehrere Jahrhunderte reichendes Repertoire, das durch seinen Kontrastreichtum glänzt: „Soft Loud“ beginnt mit kontrapunktischer Virtuosität aus dem 17. und 18. Jahrhundert und mündet in multistilistischen Gebilden der Moderne. Jazz und Pop, Minimal und Noise, Harmonien und Atonalität sind im 20. und 21. Jahrhundert keine Widersprüche mehr.