Georg Philipp Telemann trug nicht nur zur Schaffung eines Konzertlebens in deutschen Städten bei und gab gemeinsam mit Johann Valentin Görner „Der getreue Musicmeister“ heraus; die erste deutsche Zeitschrift für Musik und Komposition. In seinem umfangreichen Werk etablierte er auch maßgeblich die Bratsche als Soloinstrument. Genau da knüpft diese Aufnahme an: Wunderbar eingespielt von Antoine Tamestit und mit eleganter und einfallsreicher Orchesterunterstützung der Berliner Akademie für Alte Musik, steht die Viola hier im Mittelpunkt. Der französische Bratschist arbeitet mit einer Stradivari aus dem Jahr 1672, die einen weichen Ton und eine samtige Textur aufweist, und hebt sowohl die Erhabenheit als auch die Vitalität der Stücke hervor. Besonders gut gelingt ihm das in den beiden „Fantasias for Solo Viola“ und im Duett mit seiner Bratschenkollegin Sabine Fehlandt. Wenn man sich dieses Album anhört, wird klar, warum Telemann von seinen Zeitgenossen (und Freunden) Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel so bewundert wurde.