Bertrand Chamayou blickt seit mehr als 30 Jahren auf „Vingt Regards sur l’Enfant-Jésus“, Messiaens Meditation über die Aspekte des Christkinds. Die pikante Mischung aus glockenartigen Klängen, Vogelgezwitscher und östlichen Rhythmen meistert er dabei spielend. Er ist ein Pianist, der über eine fesselnde Bandbreite verfügt und mühelos von glorreichem Glanz zu granitharter Größe wechseln kann – die aufgestaute Energie in „Regard de l’Esprit de joie“ ist geradezu explosiv. Mit anderen Worten: Messiaen mit Muskeln. Und als ob die 20 Sätze von „Vingt Regards“ noch nicht genug wären, rundet Chamayou den Zyklus mit fünf Huldigungen an den französischen Komponisten ab – von Anthony Cheungs liebevoller Destillation von Messiaens kompositorischen Fingerabdrücken („Live Ear Emission! ‚Homage to Olivier Messiaen‘“) bis hin zu Jonathan Harveys bemerkenswerter Hommage an das Live-Piano und die Elektronik in „Tombeau de Messiaen for Piano and Digital Audio Tape“.