Tassilo Probst ist einer, den man im Auge behalten sollte: Der 2002 geborene Geiger debütierte als 14-Jähriger mit der Philharmonie Bad Reichenhall, spielte im Alter von 16 Jahren Peter Tschaikowskys Violinkonzert im Herkulessaal der Residenz München und wurde 2020 von Daniel Hope in seiner Sendung „Hope@Home – Next Generation“ präsentiert. Auf diesem Debüt unterstreichen Probst und sein Zeitgenosse, der US-amerikanische Pianist Maxim Lando, ihre wachsende Bedeutung mit exquisiten Interpretationen von drei spätromantischen Sonaten. Darunter findet sich die Weltpremiere der „Sonata for Violin and Piano No. 2“ des Geigers und Komponisten Joseph Achron, ein monumentales Werk von beeindruckender Tiefe, das mit seinen technischen Schwierigkeiten höchste Konzentration erfordert. „Into Madness“, der prägnante Titel des Albums, steht für die Sprunghaftigkeit von Achrons Partitur, lässt sich aber weiterdenken: So spiegelt er auch die ungewöhnlich introspektive Natur von Béla Bartóks früher „Sonate für Violine und Klavier in e-Moll“ mit ihrer schleppenden Einleitung und dem mysteriösen langsamen Satz, das Mäandern von George Enescus atmosphärischer „Sonate für Violine und Klavier Nr. 3“ und nicht zuletzt die flammende Energie dieser beiden großartigen jungen Musiker wider.
Bartók: Sonata for Violin and Piano in E Minor, Op. Posth.