Es ist immer wieder ein großes Vergnügen, den Vokalist:innen des britischen Ensembles Tenebrae zuzuhören. Der Chor, der 2001 von Nigel Short, einem ehemaligen Countertenor der King’s Singers, gegründet wurde, brillierte in der Vergangenheit sowohl mit zeitgenössischen Klängen als auch mit Reisen tief in die Geschichte der klassischen Musik. Das vorliegende Album sucht nach Verbindungspunkten zwischen diesen zwei Polen: Die Sänger:innen kombinieren die Klänge Johann Sebastian Bachs mit jenen des schottischen Komponisten James MacMillan. Sie überwinden also Jahrhunderte, nehmen die Hörer:innen mit in eine feierliche, aber völlig klare Interpretation von Bachs „Komm Jesu, komm“, um sie anschließend mit MacMillans „Tenebrae Responsories“ zu konfrontieren. Im weiteren Verlauf der Aufnahme bleiben sie dieser Methode treu: Das Alte umarmt das Neue, verbunden wird es nicht nur durch die hervorragenden Sangesleistungen, sondern auch durch ein tiefes Gefühl der Spiritualität.