Die Klavierduettfassung von Igor Strawinskys Ballett „Le Sacre du Printemps“ („Die Frühlingsweihe“) stammt vom Komponisten selbst und besticht durch eine Intensität, die die explosive Energie der bekannteren Orchesterversion kraftvoll einfängt. Die Pianisten Pavel Kolesnikov und Samson Tsoy hatten das Werk oft gemeinsam gespielt, bevor sie 2025 diese Aufnahme machten. Dies zeigt sich deutlich in der Harmonie ihrer motorischen Rhythmen zu Beginn von „Die Vorboten des Frühlings“ (Track 2) sowie im Vorwärtsdrang des „Tanzes der Erde“, der den ersten Teil abschließt (Track 8). Doch die Partnerschaft von Tsoy und Kolesnikov zeichnet sich nicht nur durch unbändige Kraft aus, sondern auch durch fein gesponnene Texturen, wie das „Introduktion“ des zweiten Teils eindrucksvoll beweist (Track 9).
Mehr von dieser Feinheit zeigt sich im Zusammenspiel bei einer fein ausbalancierten Interpretation von Maurice Ravels „Ma mère l’Oye“ („Mutter Gans“). Hier demonstrieren Tsoy und Kolesnikov ein hohes Maß an gegenseitiger Abstimmung – besonders in ihrer poetischen Deutung des abschließenden Satzes der Suite, „Le Jardin féerique“ („Der Feengarten“).