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- 2005 · Lars Ulrik Mortensen, John Holloway, Jaap Ter Linden
Francesco Maria Veracini
Live-Alben
Singles und EPs
Biografie
Der Komponist und Geiger Francesco Maria Veracini war ein überlebensgroßer musikalischer Außenseiter, dessen Können und selbstbewusste Haltung ihn zu einer Art Rockstar des Barock machten. Geboren 1690 im italienischen Florenz, wurde ihm seine Begabung quasi in die Wiege gelegt: Er war der Enkel des Geigers Francesco Veracini und der Neffe des Komponisten Antonio Veracini. Als Kind erhielt er Unterricht von seinem Großvater und ging später nach Rom, um seine Begabung weiterzuentwickeln. Er bewies musikalische Brillanz, war aber auch für seine Arroganz, sein wildes Temperament und sein unberechenbares Verhalten bekannt. In seinen Zwanzigern reiste er zwischen Venedig, London und Dresden hin und her, arbeitete als Geiger und brachte seine Kompositionen zur Uraufführung, darunter sein Violinkonzert in D-Dur (1712). Für Friedrich August von Sachsen schrieb er eine Reihe von Sonaten, die den Prinzen dazu brachten, Veracini als hoch bezahlten Hofkomponisten und -geiger nach Dresden zu holen. In Dresden geriet Veracini allerdings derartig mit seinen Kollegen aneinander, dass es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam. Unter anderem passierte ein Vorfall, bei dem er aus Angst um sein Leben aus einem Fenster sprang und sich ein Bein brach. 1723 verließ er Dresden in Richtung Florenz und kehrte ein Jahrzehnt später nach London zurück, wo er einer der führenden Violinist:innen der Stadt wurde und seine Opern „Adriano in Siria“ (1735), „La Clemenza di Tito“ (1737, auch bekannt als „Die Milde des Titus“) und „Partenio“ (1738) uraufführte. Im Jahr 1744 wurde seine letzte Oper „Rosalinda“ uraufgeführt. Seine Kompositionen waren dafür bekannt, dass sie barocke Konventionen herausforderten, insbesondere in der Verwendung von Fuge und Kanon. In seinen letzten Lebensjahren konzentrierte sich Veracini auf das Dirigieren – er starb 1768 in Florenz.