Streichquartett Nr. 2 in D‑Dur
Als forschender Chemiker widmete sich Alexander Borodin in seiner Freizeit der Musik. Sein kompositorisches Handwerk erlernte er größtenteils durch das Cellospiel, das er sich selbst beigebracht hatte. Gemeinsam mit musikalischen Freund:innen spielte er gerne Streichquartette und andere Kammermusikwerke von Komponist:innen wie Franz Joseph Haydn, Louis Spohr und vor allem Felix Mendelssohn Bartholdy. Und wie die bezaubernden Melodien seines „Streichquartetts Nr. 2“ zeigen, verlieh Borodin dem Anmut und dem melodischen Charme von Mendelssohns Musik eine einzigartige Note. Anders als so viele seiner Werke komponierte er sein zweites Streichquartett 1881 ohne Unterbrechung innerhalb von zwei Monaten. Borodin widmete es seiner Frau – möglicherweise als Geschenk zum 20. Jahrestag: Die warmherzige Musik könnte an das erste Treffen und das Kennenlernen in Heidelberg erinnern. Der erste und der dritte Satz verweilen jeweils in einer liedhaften Melodie, die vom Cello eingeleitet wird. Ergänzt werden die beiden Sätze durch ein federleichtes Scherzo im zweiten Satz und ein Finale, das nach einem geheimnisvollen Beginn schnell seine spielerische Seite zeigt.
