
- WIR EMPFEHLEN
- 1990 · 4 Titel · 1 Std. 6 Min.
Sinfonie Nr. 7 in E‑Dur
WAB 107 · “Die Lyrische”
Anton Bruckner sagte, dass ihm die Eröffnung der „7. Sinfonie“ (1881-83) im Traum eingefallen sei – und so klingt sie auch: Die weite und edle Melodie scheint zum Himmel aufzusteigen, doch dann verblasst die Vision als Schatten. Der lange erste Satz versucht, diese Vision wieder einzufangen, und gipfelt schließlich in einer strahlend-bejahenden Coda. Auf der einen Seite ist das Werk ein bewegender Ausdruck von Bruckners tiefem römisch-katholischen Glauben. Auf der anderen Seite verdeutlicht die Musik seine Liebe zur österreichischen Heimat, ihren Wäldern, gemütlichen Dörfern und prächtigen Klöstern, immer mit dem Blick auf die in der Ferne hoch aufragenden Alpen. Im herrlichen Adagio klingt Trauer an, doch sie wird auf rührende Weise aufgelöst: Mit den sogenannten Wagner-Tuben endet es in einer großartigen Hommage an Richard Wagner, Bruckners Helden, der im Jahr der Fertigstellung der Sinfonie starb. Die ländliche Tanzmusik, die Bruckner so gut kannte, durchdringt das aufregende Scherzo und die Sinfonie schließt mit dem leichtesten aller Bruckner-Finale, dessen letzte Takte das ursprüngliche visionäre Versprechen noch einmal auf wunderbare Weise aufgreifen. Bruckner ist nie in Eile und wie so oft in seinen Sinfonien kommt es immer wieder zu Pausen sowie plötzlichen Kurswechseln, die unerfahrene Hörer:innen verwirren können. Aber bleib dran und du wirst feststellen, dass das Finale den Einsatz wert ist. Bruckners „Siebte“ ist voller Emotionen – und am Ende überwiegt die Freude.