
- WIR EMPFEHLEN
- 1989 · 4 Titel · 1 Std. 22 Min.
Sinfonie Nr. 8 in c‑Moll
WAB 108 · “Die Apokalyptische”
Nach der triumphalen Uraufführung seiner „Siebten Sinfonie“ im Jahr 1884 (nach Jahren der Vernachlässigung) konzentrierte sich Anton Bruckner auf sich selbst und versuchte, sich seinen eigenen Dämonen zu stellen. Das nervös tastende Anfangsthema der „Achten Sinfonie“ ist weit entfernt von der heiteren Anfangsvision der „Siebten“. Daraus entwickelt sich ein fesselnder erster Satz, der mit einer unmissverständlichen, beängstigenden Beschwörung der Sterblichkeit endet und schließlich wie ein abklingender Herzschlag verstummt. Es folgt ein elementares, mitreißendes Scherzo und ein zentrales Trio, das an die einsame, unruhige Welt einiger Lieder von Franz Schubert erinnert, die Bruckner verehrte. Dann folgt ein langes, ungewöhnlich persönliches Adagio, das manchmal wunderschön, aber auch voller unerfüllter Sehnsucht erklingt. Nach langem Suchen erreicht es einen glanzvollen, strahlenden Höhepunkt und endet doch in einer Art Resignation. Das große Finale ist wie ein spirituelles Schlachtfeld, doch gerade hier ist Geduld gefragt. Trotz vieler Umwälzungen und Kavallerieangriffe scheinen die Mühen oft ins Leere zu laufen, und eine erschreckende Erinnerung an den ersten Satz scheint alles in seinem Lauf zu stoppen. Doch daraus entwickelt sich eine großartige, sich stetig steigernde Coda, die in einer glorreichen Verschmelzung der Themen aller vier Sätze gipfelt, unter die Bruckner das Wort „Halleluja!“ schrieb. Irgendwie hat diese außergewöhnliche Sinfonie selbst in der Dunkelheit und der nahen Verzweiflung einen Sinn gefunden – insbesondere in Bezug auf Bruckners religiösen Glauben.