Il barbiere di Siviglia

“Der Barbier von Sevilla”

Für Giuseppe Verdi war „Der Barbier von Sevilla“ (1816) die größte komische Oper aller Zeiten – und Generationen haben ihm seitdem zugestimmt. Aber der Erfolg von Gioachino Rossinis beliebtestem Stück kam erst nach seiner katastrophalen Premiere, bei der Sänger:innen umfielen, eine Katze über die Bühne wanderte und das Publikum johlte. Als ausgereiftes Werk, das bekanntermaßen in nur zwei Wochen komponiert wurde, ist der Barbier die ultimative Verfeinerung der Belcanto-Techniken. Virtuose Gesangsdarbietungen und raffinierte Ensemble-Finale treffen auf geschickt skizzierte Charaktere und schaffen so einen Klassiker. Das Stück basiert auf dem ersten Teil von Pierre Beaumarchais’ skandalösem Figaro-Triptychon (Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ adaptierte das zweite) und ist eine romantische Komödie, in der Liebe gegen Habgier antritt. Die schöne Rosina wird von ihrem Vormund Doktor Bartolo gefangen gehalten, der insgeheim hofft, alle ihre Verehrer zu vertreiben und sowohl Rosina als auch ihre große Mitgift für sich zu behalten. Doch als sich Graf Almaviva in sie verliebt, nimmt er die Hilfe des gerissenen Barbiers Figaro in Anspruch, um seinen Rivalen zu überlisten. Der Barbier von Sevilla gibt allen Sänger:innen Gelegenheit, im Rampenlicht zu stehen. Rosinas aufsehenerregende Arie „Una voce poco fa“ aus dem ersten Akt offenbart den feurigen und entschlossenen Geist, der sich hinter der äußeren Sanftmut der Heldin verbirgt, während das unbändiger Wortschwall von „Largo al factotum“ der Schlüssel zu Figaro selbst ist: der Barbier, dessen Zunge so schnell ist wie sein Witz.

Ähnliche Werke