Dido and Aeneas

Z.  626 · “Dido und Aeneas”

Henry Purcells „Dido and Aeneas“ mag formal gesehen eine Opernminiatur sein, dennoch ist sie eine der eindrucksvollsten musikalischen Tragödien überhaupt. Das weniger als eine Stunde dauernde Libretto ist von Vergils „Aeneis“ abgeleitet und erzählt in stark komprimierter Form von der zum Scheitern verurteilten Liebe zwischen Dido (der Königin von Karthago) und dem trojanischen Prinzen Aeneas. Im Gegensatz zu Purcells anderen Bühnenwerken mit gesprochenen Dialoge, wird in „Dido and Aeneas“ durchgehend gesungen. Die Oper könnte nach dem Vorbild von John Blows „Venus and Adonis“ (1683) bei Hofe gegeben worden sein, ihre erste dokumentierte Aufführung fand allerdings 1689 in einem Mädcheninternat in Chelsea statt. Zwar ging die ursprüngliche Partitur über die Jahrhunderte verloren, doch das, was davon übrig geblieben ist, besitzt höchste Qualität. Der Komponist stützt sich auf italienische und französische Vorbilder, zeigt aber durchaus eigenen Charakter: So zeichnet sich die Oper durch kurze Sätze, eine Gliederung in einzelne Abschnitte und eine Melodik aus, die den Deklamationsstil stets durchdringt und Soli und Chöre durch die Kraft des Tanzes miteinander verbindet. Sich wiederholende Bassläufe spielen eine wichtige Rolle bei der Strukturierung des Werks, beginnend mit Didos ängstlichem „Ah! Belinda“ und gipfelnd in ihrem „When I am Laid in Earth“, einer der bewegendsten aller Opernklagen.

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