The Fairy Queen
„The Fairy Queen“ (1692-93) ist eine Adaption von William Shakespeares „A Midsummer Night‘s Dream“ – in der deutschen Übersetzung besser als „Ein Sommernachtstraum“ bekannt – und eines der besten Bühnenwerke von Henry Purcell. Es handelt sich um eine britische Mischform, die als Semi-Oper bekannt ist und bei der ein Theaterstück um umfangreiche musikalische Szenen erweitert wurde. Die Hauptfiguren wurden von Schauspieler:nnen gesprochen, während die Sänger:innen eher unbedeutende Rollen spielten, sodass sich die Musik bei der Entfaltung des Dramas nicht durchsetzen konnte. Deshalb vertonte Purcell keinen einzigen Text von Shakespeare, während seine gesamte Musik in fünf unabhängigen sogenannten Masken enthalten ist, die zwar nicht Teil der Handlung sind, aber mit ihr in Verbindung stehen: Die „Masque of Sleep“ im zweiten Akt zum Beispiel bereitet Titania auf ihren Traum vor. Der Höhepunkt des ersten Akts ist die komische Szene des betrunkenen Dichters, der von Feen verspottet wird, bis er gesteht, ein „scu-scu-scurvy poet“ („ge–ge-gemeiner Poet“) zu sein – ein stotternder Effekt, der wahrscheinlich den Dichter Thomas D‘Urfey parodiert. Purcells Musik ging mit seinem Tod 1695 verloren und wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt.
