Streichquartett in Es‑Dur

Hob.  III/38, Op.  33/2 · “Russische Quartette, Der Scherz”

Während der Humor in Franz Joseph Haydns Quartettkompositionen meist ein zentraler Bestandteil ist, hat das „Streichquartett Nr. 30“ (op. 33/2) einen besonderen Ruf für musikalischen Witz erlangt und trägt tatsächlich den Beinamen „Der Witz“. Der Eröffnungssatz ist eher genial als witzig im Ton, mit weitgehend gutmütigen Konversationen zwischen den Instrumenten. Das Scherzo erinnert an einen stiefelstampfenden Bauerntanz, mit einer köstlichen Imitation eines bäuerlichen Fiedlers im Trio, komplett mit beschwipst klingenden Notenlöffeln. Ungewöhnlicherweise beginnt der langsame Satz mit einem Duett für Bratsche und Violoncello, einer schwungvollen Melodie, die periodisch durch schneidende Akkorde unterbrochen wird, die auf Zwietracht hindeuten. Jeder Hauch von Konflikt wird durch die ausgelassene Hochstimmung des Finales zerstreut. Der Witz des Quartetttitels kommt am Ende: Haydn verleitet die ahnungslosen Zuhörer:innen immer wieder zu der Annahme, die Musik sei zu Ende, nur um dann unerwartet wieder anzufangen.