Pictures at an Exhibition

“Bilder einer Ausstellung”

„Bilder einer Ausstellung“ ist eine Reihe lebhafter Gemäldevertonungen und eine musikalische Hommage an den Künstler, der diese erschuf. Viktor Hartmann war Architekt, Maler und enger Freund des Komponisten Modest Mussorgski. Nach Hartmanns plötzlichem Tod mit nur 39 Jahren (1873) wurde in St. Petersburg eine Gedenkausstellung gezeigt. Mussorgski besuchte sie – und fand in ihr die Inspiration für dieses Werk. „Bilder einer Ausstellung“ wurde 1874 für ein Solo-Klavier geschrieben und in den Folgejahren auf vielfältige Art und Weise bearbeitet und neu arrangiert. Am bekanntesten ist heute die orchestrierte Fassung Maurice Ravels aus dem Jahr 1922. Mussorgski umrahmt seine Bilder mit kurzen „Promenaden“: kleine Sätzen, die Besucher:innen repräsentieren, die von einem Gemälde zum nächsten schlendern. Einige der Sätze sind bedrückend und düster, vor allem „Das alte Schloss“ (Ravels Version enthält zudem ein dramatisches Saxofonsolo) und „Die Katakomben“. Aufgelockert wird das Werk durch „Die Tuilerien“ mit ihren spielenden Kindern im Streit, das „Ballett der unausgeschlüpften Küken“ und das geschäftige „Limoges. Der Marktplatz“. In anderen Sätzen begegnen wir hingegen Märchenfiguren, etwa in „Der Gnom“ oder „Die Hütte auf Hühnerfüßen“, ein unheimliches Scherzo, das die Hexe Baba Jaga beschwört. Mit „Das Heldentor“ erreicht Mussorgski einen kraftvollen Abschluss. Hartmann hatte ein zeremonielles Tor für die Stadt Kyiv entworfen – und Mussorgski eine große Prozession, die dieses Tor durchschreitet, begleitet vom Klang des imposanten Glockenturmes.

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