
- WIR EMPFEHLEN
- 1964 · 44 Titel · 4 Std. 9 Min.
Parsifal
WWV111
„Zum Raum wird hier die Zeit.“ „Parsifal“ (1882), Richard Wagners letzte Oper, spielt in einer imaginären Welt und unterscheidet sich klar von seinen früheren Werken – manche würden sagen, von allen anderen Opern. Das Geschehen ist in der mythischen Welt des Grals angesiedelt: der heiligen Quelle des Lichts und des Lebens, die von einem Ritterorden bedient wird. Die Ritter scheitern jedoch; der Zauberer Klingsor schmiedet ein Komplott gegen sie, und ihr Anführer Amfortas leidet an einer quälenden und unheilbaren Wunde. Nur eine reine Seele kann Heilung bringen, und Parsifal, der törichte, impulsive Junge, der in die Gralsdomäne stolpert, ist sicherlich nicht in der Lage zu helfen – jedenfalls noch nicht. Wagner webt die Legende des Fischerkönigs aus vielfältigen und komplexen Fäden – darunter christliche und buddhistische Mystik und die Philosophie Arthur Schopenhauers. Aber er kleidet sie in eine Musik, die mit nichts, was er je geschrieben hat, vergleichbar ist: Sie ist lyrisch, leuchtend und weitreichend und erforscht die Tiefen des Leidens und die Süße der Erlösung in einem orchestralen Klang, den Claude Debussy als „von innen leuchtend“ beschrieb. Wagner bezeichnete „Parsifal“ als ein „weihevolles Festspiel“, und er beabsichtigte, dass jede Aufführung ein besonderes Ereignis sein sollte. Aufgrund der Anforderungen, die es an Darstellende und Publikum gleichermaßen stellt, ist es das tatsächlich. Auf die eine oder andere Weise lässt es nur wenige Zuhörende unberührt; Konzertausschnitte wie die glückselige „Karfreitagsmusik“ können nur eine Ahnung der vollen, transzendenten Kraft wiedergeben.