Als die Covid-19 im Frühjahr 2020 das öffentliche Leben zum Erliegen brachte, machten sich viele an einen Rückzug ins Private, blieben nicht nur in ihren eigenen vier Wänden, sondern auch den Gewohnheiten treu: eine ganz natürliche Reaktion auf eine Welt, die scheinbar aus den Fugen geriet. Wie lässt sich dieses Verhalten in die Musik übersetzen? Nun, am ehesten mit einem Album, das das musikalische Motiv der Wiederkehr, also den Refrain, in den Mittelpunkt stellt. Eine schöne Idee, vor allem, wenn sie von einer so vielseitigen Künstlerin wie Simone Dinnerstein kommt: Ihren Durchbruch hatte die Amerikanerin 2007 mit ihren ebenso leichtfüßigen wie traditionsbewussten Aufnahmen der Goldberg-Variationen, seitdem erreichen ihre Alben regelmäßig die Spitze der Klassik-Hitparaden. Das Grundthema dieses Albums trägt die Pianistin in ein weites musikalisches Feld hinein; wir hören das hypnotische „3 Gnossiennes: No. 3, Lent“ von Eric Satie ebenso wie Robert Schumanns sanfte „Arabesque“, dürfen uns über Stücke von Philip Glass und gleich zweimal François Couperin freuen: Er leitet das Album ein und beschließt es.