Coco Tomita gewann in den 2020er-Jahren zahlreiche Auszeichnungen – unter anderem wurde sie im Wettbewerb BBC YOUNG MUSICIAN 2020 in der Streicherkategorie ausgezeichnet, auch bei Wettbewerben in Wien und Berlin machte sie auf sich aufmerksam. Die junge Violinistin zeigt auf diesem Debütalbum ebenso virtuos wie selbstbewusst auf, dass sie diese Ehren mehr als verdient hat. Begleitet vom Pianisten Simon Callaghan spielt die japanische Geigerin eine gut getroffene Auswahl an Stücken vor allem aus dem frühen 20. Jahrhundert. Sonaten von Francis Poulenc und Maurice Ravel, jeweils brillant charakterisiert, offenbaren eine große musikalische Persönlichkeit. Ravels „Blues“-Satz aus der „Violin Sonata No. 2 in G Major“ ist großartig; Eugen Hubers „Carmen (Fantaisie brillante)“ sprudelt beinahe über. Lili Boulangers „Nocture“ ist von großer Lyrik, und „Impressions d’enfance“, das Solo von George Enescu, tanzt verführerisch. Claude Debussys „Beau soir“ im Arrangement von Jascha Heifetz beendet dieses abwechslungsreiche Album wunderbar kontemplativ.