Mit diesem fesselnden Album zollt die US-amerikanische Pianistin Claire Huangci ihrem Heimatland Tribut. Anfang und Abschluss bilden dabei die jazzigen Harmonien und inspirierenden Melodien von George Gershwin.
Den Anfang macht die „Rhapsody in Blue“, die der Meister selbst für Soloklavier arrangierte. Huangci interpretiert den Klassiker mit Schwung und fließender Virtuosität und erweckt auch den Orchesterpart zum Leben. Die Aufnahme ist nicht ganz so vollständig wie die Standardversion. Wer am Klavier sitzt, hat schließlich mal eine Pause verdient, müssen doch die Bandparts ebenso gespielt werden wie die Soli. Aber alle beliebten Momente sind vorhanden, einschließlich einer herzerwärmenden Darbietung des umfangreichen „Love Theme“.
Anschließend folgt eine absolute Rarität in Form von Amy Beachs „Variations on Balkan Themes“, die 1904 komponiert und drei Jahrzehnte später, 1936, überarbeitet wurden. Sie beginnt mit einem angemessen stimmungsvollen und dennoch romantischen serbischen Thema, gefolgt von fünf Variationen. Danach werden drei weitere Themen eingeführt, die in einem üppig harmonisierten Schlussthema gipfeln, das die Komponistin selbst als einen „mazedonischen Hilferuf“ beschrieb. Huangci verleiht ihm viel Charakter und Atmosphäre – ganz offensichtlich liebt sie das Stück.
Ebenso stimmungsvoll ist ihre Interpretation der ungestümen Klaviersonate von Samuel Barber, die ursprünglich zwischen 1947 und 1949 für den berühmten Pianisten Vladimir Horowitz komponiert wurde. Huangci meistert die feurige Virtuosität der Sonate mit Bravour und übertreibt es nie mit ihrem Spiel.
Nach dieser Hommage eines Komponisten an einen großen Pianisten endet Huangci mit der Würdigung eines brillanten Pianisten an Gershwin. Sie schließt den Kreis mit Earl Wilds prickelnden Arrangements einiger der beliebtesten Melodien des legendären Songwriters.