Zum 100. Todestag des französischen Komponisten Erik Satie versammelt dieses digitale Album 29 kurze Stücke, die bislang unveröffentlicht geblieben sind. Die meisten Stücke sind kürzer als eine Minute, und der Pianist Alexandre Tharaud entfaltet seine Spielfreude in der Unberechenbarkeit des kantigen „Recrudescence“ aus dem Minizyklus „Soupirs fanés“ („Verwelkte Seufzer“). Ebenso eindrucksvoll fängt er die ausgelassene Atmosphäre des Pariser Kabarettlebens in „Cancan grand-mondain“ ein sowie das Aufeinandertreffen barocker Tanzformen mit moderner Tonalität in der „Bourrée“.
Der Violinist Nemanja Radulović schließt sich Alexandre Tharaud bei mehreren Stücken des Albums an, darunter das sehnsuchtsvolle „Mélodie“. Besonders begeistern dürfte Satie-Fans jedoch die geheimnisvolle viersätzige Sequenz „Esquisses bitonales“ („Bitonale Skizzen“) mit ihren verschobenen Harmonien. Halb ernst, halb mit einem Augenzwinkern macht sie deutlich, warum Satie musikalisch so fasziniert – und dass er weit mehr ist als nur ein skurriler Exzentriker.