Der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov hat seine Musik einmal als „ein Echo dessen, was bereits existiert“ beschrieben – eine Haltung gegenüber den Komponist:innen der Vergangenheit, die sich wie ein roter Faden durch dieses oft hypnotische Soloprogramm des Pianisten Alexei Lubimov zieht. Ausgangspunkt des ersten Stücks aus „Two Dialogues with a Postscript“ ist ein halb eleganter, halb geisterhafter Walzer von Franz Schubert. Der zweite Dialog entfaltet sich als Meditation über eine Melodie aus Richard Wagners Tristan-Phase.
Fragmente eines Schubert-Impromptus tauchen auch in „19. November 1828 … In Memoriam Franz Schubert“ auf – Silvestrovs Gedenken an den österreichischen Komponisten. Eine Atmosphäre melancholischer Retrospektive durchzieht zudem die vier kurzen Sätze von „3. Februar 1857 … In Memoriam Michail Glinka“. Barocke Verzierungen prägen die „Hommage à Henry Purcell“, deren Schlusssatz eine klagende Qualität entfaltet.
Lubimov ist ganz auf Silvestrovs empfindendes, empathisches Idiom eingestimmt und entlockt seinem Kawai-Flügel weiche Klänge und feine Nuancen – in einem Spiel, das Herz und Ohr berührt.