„Ich werde nie eine Symphonie komponieren! Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört“, schrieb Johannes Brahms 1872 an den Dirigenten Hermann Levi. Ganze 14 Jahre lang rang Brahms mit seiner 1. Sinfonie, 1876 wurde sie schließlich uraufgeführt. Der Riese, natürlich Ludwig van Beethoven, blieb der Referenzpunkt: Als „Beethovens Zehnte“ bezeichnete der Dirigent Hans von Bülow die Sinfonie. Heute gilt sie als eines der Schlüsselwerke ihrer Zeit. Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker unterstreichen das, indem sie die Kontraste zwischen lichter Schönheit und donnernder Dramatik akzentuieren und dabei mit Präzision, aber auch mit Leichtigkeit vorgehen. Die Architektur des Werks bleibt immer erkennbar, ebenso seine Leidenschaft.