Giovanni Pierluigi da Palestrina

Biografie

Mit einer Musik, die Gleichgewicht, Proportion und Textur der Renaissance transportiert wie kaum eine andere, gehört Giovanni Pierluigi da Palestrina zu den größten Komponist:innen des späten 16. Jahrhunderts. Er komponierte hauptsächlich geistliche Vokalmusik, und das in einem enormen Umfang: 104 Messen – niemand schrieb in dieser Periode mehr –, über 300 Motetten und mindestens 140 Madrigale stammen aus seiner Feder. Geboren 1525 oder 1526 in der Stadt Palestrina nahe Rom, wirkte er sein ganzes Leben lang in der Ewigen Stadt, vor allem an der Cappella Giulia der Peterskirche, wo er die letzten beiden Jahrzehnte vor seinem Tod 1594 als Chorleiter verbrachte. Seine Messen umfassen alle kompositorischen Gattungen der damaligen Zeit. Die Hälfte von ihnen basiert auf bereits existierenden Stücken, wie die „Missa Tu es Petrus“, die seine gleichnamige Motette erweitert, während andere auf Melodien des Volksliedes zurückgreifen („Missa Aeterna Christi Munera“). Die einfachen, akkordischen Vertonungen des „Gloria“ und des „Credo“ in der „Missa Papae Marcelli“ scheinen das Interesse der katholischen Kirche an größerer Textklarheit widerzuspiegeln. Von Palestrinas doppelchörigen Gesängen für den päpstlichen Chor ist vor allem das wunderbare „Stabat Mater“ erwähnenswert: Hier trifft die ungewöhnliche Ausdruckskraft seiner Harmonien auf dramaturgisch geschickt gesetzte Chorstellen.