Streichquintett Nr. 5 in E‑Dur
G275, Op. 11/5
Obwohl die Musik von Luigi Boccherini heute nur noch selten aufgeführt wird, galt er zu Lebzeiten als einer der wenigen Komponist:innen, die mit Franz Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart vergleichbar waren. Er war ein genialer Melodiker und besaß die seltene Gabe, aus einem Minimum an Technik ein Maximum an Brillanz herauszuholen. Seine geschickt funkelnde Instrumentierung, seine unersättliche Lebensfreude und sein ausgeprägter Sinn für Verzauberung verkörpern die als Rokoko oder Galant bezeichnete Epoche des 18. Jahrhunderts. Trotz seiner enormen Produktivität scheint Boccherini vor allem für ein einziges der mehr als 100 komponierten Streichquintette in Erinnerung zu bleiben: das ansteckend charmante Menuett aus seinem „Streichquintett in E“, dem fünften von sechs „Quintetten (op. 11)“, das 1775 veröffentlicht wurde. Boccherini war auch ein begnadeter Cellist und spielte gerne mit dem Hausquartett des spanischen Infanten Don Luis, was Auswirkungen auf seine Kompositionen hatte: Das viersätzige „Quintett“ für zwei Geigen, Bratsche und zwei Celli besteht aus einem strahlend-liebevollen Amoroso, einem lebhaften Allegro con spirito, dem berühmten Menuett mit seinen eingängigen, leicht synkopierten Rhythmen und einem bezaubernden Rondeau als Finale.
