Einst eine Rarität, gibt es heute mehrere Klaviersonaten-Zyklen Wolfgang Amadeus Mozarts, die von klassischer Gelassenheit und Präzision bis zu aufbrausenden, kraftvollen Ausbrüchen reichen. Für den aufstrebenden japanischen Star Mao Fujita ist es dabei weniger eine Frage des allgemeinen Stils als vielmehr die Suche nach dem Sinn hinter den Noten. „Ich habe mir verschiedene Aufführungen von Mozart-Sonaten angehört“, sagt er gegenüber Apple Music, „ich habe aber das Gefühl, dass meine Aufnahme eine ganz andere Perspektive hat als alle anderen. Ich wollte meine Interpretationen mit einem starken Gefühl der Zuversicht vortragen. Jede Sonate hat einen völlig anderen Charakter, mit ihrer eigenen Geschichte und ihrem eigenen Hintergrund. Genau diese Individualität wollte ich vermitteln.“ Dem Pianisten gelingt es mit funkelnden Texturen, spritziger Artikulation und technischer Sicherheit, ein Gefühl von prickelnder Frische mitzubringen, als ob er die besonderen Qualitäten der Sonaten zum allerersten Mal entdecke. „Viele Leute denken immer noch, dass Mozart ein lustiger Mensch voller Lebensfreude war“, sagt Mao, „aber in Wirklichkeit war er eine sehr komplexe Persönlichkeit. Einige seiner Stücke sind beschwingt und luftig, aber andere, wie die ‚Klaviersonate Nr. 8 in a-Moll‘, sind unglaublich düster und besitzen ein unheilvolles Gefühl des Kampfes. Mein Ziel war es, die vielen Facetten seiner kreativen Welt in jeder einzelnen seiner 18 Sonaten zum Leben zu erwecken.“